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Stellungnahmen

Bundesregierung leistet dem nuklearen Wettrüsten in Südasien Vorschub

Presseerklärung des VDW Vorstands

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler VDW verurteilt das Verhalten der Bundesregierung im Zu-sammenhang mit dem Nuklearexportabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Indien.

Deutschland trägt maßgeblich Verantwortung dafür, dass Bemühungen um nukleare Abrüstung und Nicht-verbreitung schwer geschädigt wurden. Am 6. September 2008 hat die Bundesregierung in der Gruppe der Nuklearen Lieferländer (Nuclear Suppliers Group, NSG) der Aufhebung nuklearer Lieferbeschränkungen gegenüber Indien wie z.B. Kernbrennstoff oder Nuklearausrüstung zugestimmt. Die Entscheidung kam unter deutschem Vorsitz zustande. Damit werden Nuklearexporte in eine Region zugelassen, in der bereits seit mindestens zehn Jahren ein nuklearer Rüstungswettlauf stattfindet. Es ist höchst bedauerlich, dass die Bun-desregierung in dieser Rolle als NSG-Vorsitzendem sich nicht eindringlich dafür eingesetzt hat, Indien im Zuge dieses Abkommens verbindlich an das nukleare Nichtverbreitungsregime und die damit verbundenen Verpflichtungen heranzuführen.

Erklärung der VDW 50 Jahre nach der Erklärung der Göttinger 18: eine Welt, frei von Atomwaffen - in Europa anfangen!

Das "Bulletin of the Atomic Scientists" hat am 17. Januar seine symbolische Uhr, die an der Einschätzung der nuklearen Bedrohung ausgerichtet ist, von "Sieben auf Fünf Minuten vor Zwölf" vorgestellt. Die verstärkte Rolle der Nuklearwaffen in der US-Militärdoktrin, der nordkoreanische Nukleartest und die iranischen Nuklearambitionen sind Warnzeichen, die eine zunehmende Renuklearisierung der Weltpolitik befürchten lassen. Auch heute noch, 17 Jahre nach Beendigung des Ost-West-Konfliktes gibt es noch zu viele, einsetzbare Nuklearwaffen, die eine ungeheure Massenzerstörung global wie regional ermöglichen. Das Nichtverbreitungsregime ist stark unter Druck und es besteht die Gefahr, dass sich neue Nuklearwaffenstaaten bilden.

Fünf Jahrzehnte Raumfahrt – Eine Bewaffnung des Weltraums ist möglich und muss verhindert werden – die Europäische Union ist gefragt

Der 4. Oktober 1957 markiert für die Menschheit den Beginn des Weltraumzeitalters. Erstmals umrundete ein künstlicher Satellit die Erde. Die von „Sputnik“ ausgesendeten Signale wurden in Moskau als Zeichen technischer Überlegenheit gefeiert, in Washington jedoch als Bedrohung wahrgenommen, da die eingesetzten Raketen nicht nur Satelliten sondern auch Atomsprengköpfe „über große Entfernungen“ transportieren konnten. Die Systemkonkurrenz zwischen „Ost und West“ beschleunigte sich. Zum Rüstungswettlauf auf der Erde trat die friedliche „Eroberung des Kosmos“. Die damit verbundenen, technologischen Fortschritte verdeutlichen bis heute die „Ambivalenz von Raketen und Weltraumtechnologie“. Sie bestimmten den weiteren Verlauf des Kalten Krieges, wie schon die zivil-militärische Verflechtung in der Nukleartechnik zuvor.


Disarmament and development at the global level

Dr. Jayantha Dhanapala

President of the Pugwash Conferences on Science and World Affairs

Excellencies, Ladies and Gentlemen,

It is an honour and a pleasure to address such a distinguished audience at the Annual Seminar of the International Peace Bureau in this historic city of Alexandria - the Pearl of the Mediterranean. The International Peace Bureau is the world's oldest and most comprehensive civil society coalition dedicated to the cause of peace and disarmament. It was founded in 1891 and was awarded the Nobel Peace Prize in 1910. The fact that we meet in this ancient capital of Alexandria, founded in 331 B.C., and on the site of the famous library which has been known as a beacon of learning and culture for the entire world, heightens the significance of this Seminar.

Appell zugunsten von Mordechai Vanunu

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Der israelische Bürger Mordechai Vanunu steht wieder vor Gericht. Warum?

Mordechai Vanunu wurde 1988 in Jerusalem von einem Militärgericht wegen Veröffentlichung von Informationen über das israelische geheime Atomwaffenprogramm und die Atomanlage Dimona, wo er als Ingenieur arbeitete, zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, und zwar wegen "Unterstützung des Feindes in Kriegszeiten" und des "Sammelns" und der "Weitergabe von geheimem Informationsmaterial mit der Absicht, die Sicherheit des Staates zu schädigen".

Das Urteil löste weltweit Proteste aus. Eine Gruppe renommierter Naturwissenschaftler - auch aus dem Umfeld der "Pugwash Conferences on Science and Wold Affairs" - veröffentlichte damals einen Appell zugunsten von Mordechai Vanunu an das Israelische Gericht (NYR v. 16.6.1988, Anlage 2). Darin heißt es:

(…) Widerstand gegen ein großes Unheil, auch wenn es staatlich sanktioniert ist, bedarf keiner Rechtfertigung. Er ist vielmehr eine notwendige Voraussetzung gesellschaftlicher Fortentwicklung.
Das Verbrechen von Mordechai Vanunu besteht darin, dass sein Gewissen es nicht zuließ, über ein Atomwaffenprogramm in seinem Land zu schweigen…
Wie das Gericht die Verantwortung eines Bürgers gegenüber seinem Staat auch sehen mag, diese Handlung - die Existenz eines israelischen Atomwaffenprogramms zu enthüllen verdient das Verständnis des Gerichts und die Anerkennung eines moralischen Imperativs, den sich verantwortungsbewusste Wissenschaftler weltweit zu eigen gemacht haben. (…)

Fortsetzung im Pdf-Dokument: [Appell zugunsten von Mordechai Vanunu]

weitere Dokumente:
[Von Carl von Ossietzky zu Mordechai Vanunu]

[An appeal on behalf of Mordechai Vanunu]

[IALANA Brief of amicus curiae]

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