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Internationale Konferenz; Berlin, 9. u. 10. November 2011

reisfelder

Am 9. und 10. November findet die internationale Fachtagung des Projektes "Zukunft der Ernährung" statt:

"Beyond the Crossroads": Neue Aufgaben, anhaltende Probleme.

Die Verbindung von Ernährungssicherheit, nachhaltiger Wissenschaft und nachhaltiger Politik.

Berlin, 9. und 10. November


[Programm zum Download]

1. Internationale High-Level-Konferenz
Die Zeit ist reif, um gemeinsam einmal kritisch die tatsächliche Wirkung des International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD) zu analysieren und auch neue globale Fragen und Entwicklungen mitzudenken. Es gilt, den Prozess hin zu einer verstetigten Beurteilung der landwirtschaftlichen Erzeugung in einem breiten, partizipativen und transparenten globalen Netzwerk voran zu bringen, in dem UN-Organisationen wie UNEP und FAO eine ebenso wichtige Rolle spielen, wie Organisationen der Zivilgesellschaft, WissenschaftlerInnen und interessierte nationale Regierungen aus dem Süden und Norden.

Wir laden internationale Experten und Expertinnen - vor allem diejenigen, die an der Schaffung von IAASTD beteiligt waren - und die Politik dazu ein, die nationale Initiative in Deutschland eines internationalen Projekts zur Institutionalisierung des IAASTD zu unterstützen. Die "Berliner Erklärung" wurde ins Leben gerufen um diesem Ziel näher zu kommen. WissenschaftlerInnen, EntscheidungsträgerInnen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft können so ihr Engagement für die Institutionalisierung des IAASTD-Prozesses öffentlich machen.

Das Programm der Konferenz wurde vom wissenschaftlichen Beirat des Future of Food-Projekts entwickelt, in enger Zusammenarbeit mit dem Co-Vorsitzenden des IAASTD, Dr. Hans Herren.

Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldungen unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

2. Internationale öffentliche Veranstaltung
Die Konferenz schließt mit einer öffentlichen Veranstaltung im Roten Rathaus Berlin zum Thema:

Mutiges Engagement für eine Welt ohne Hunger

10. November 19.00-22.00 Uhr

Berlin, Rotes Rathaus

Sie richtet sich an Vertreter der Politik, Medien, Zivilgesellschaft und die breite Öffentlichkeit und wird Experten zum Thema als HauptrednerInnen sowie eine spannende Podiumsdiskussion präsentieren. Die Konferenz befasst sich mit der Notwendigkeit einer Reform der industrialisierten Landwirtschaft, wie der Weltagrarbericht dies unlängst analysiert hat und an den es nun anzuknüpfen gilt.

ReferentInnen auf dem Panel:

• David Segovia, Bank des Südens, Ecuador
• Elba Rivera Urbina, W8 Oxfam Int., Nicaragua
• Hartmut Graßl, ehem. Direktor des Weltweiten Klimaforschungs Programms, Umweltpreisträger der DBU, Deutschland
• Joseph Sayer, MISEREOR, Deutschland

Moderation: Christiane Grefe, Die ZEIT, Deutschland

Sie sind herzlich eingeladen, mit uns und führenden ExpertInnen zu diskutieren und so die Weiterentwicklung des IAASTD2-Prozesses mit zu unterstützen!

Um Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Hintergrund:

Anhaltende Probleme

Seitdem im April 2008 das letzte Intergovernmentale Panel in Johannesburg, Republik Südafrika, die Berichte und Zusammenfassungen des International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD) angenommen hat, sind ihre zentralen Fragen und Probleme sogar noch dringlicher geworden. Wie können:

  1. Reduzierung von Hunger und Armut,
  2. Verbesserung der Lebensgrundlagen im ländlichen Raum und der menschlichen Gesundheit
  3. gerechte, soziale, ökologische und ökonomisch nachhaltige Entwicklung
erreicht werden?

Während viele internationale politische Gipfeltreffen und Konferenzen zu Hunger und internationaler Hilfe stattgefunden haben und zuversichtliche Kommuniqués veröffentlicht wurden, findet in der realen Politik in den meisten Ländern „business as usual“ statt. Genau das gleiche Muster haben wir nach dem I. Assessment Report (AR) des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im Jahr 1990 gesehen. Aber als der IV. AR des IPCC im Jahr 2007 veröffentlicht wurde, wurden dessen Ergebnisse und Schlussfolgerungen von nationaler und internationaler Politik endlich wahrgenommen. Die Politik erkannte weiterhin, dass es von größter Bedeutung ist, komplexe Abwägungen für Entscheidungsträger nicht einmal, sondern immer wieder zu liefern.

Die Millennium Development Goals (MDG), insbesondere MDG 1 werden möglicherweise nicht bis 2015 erreicht, andere MDGs zeigen ebenfalls eine sehr gemischte Bilanz. Im Jahr 2011, wie auch im Jahr 2010, leiden fast eine Milliarde Menschen an Hunger.

Neue Aufgaben

Außerdem wird immer offensichtlicher, dass einige treibende Kräfte und Themen zu wirtschaftlichen, sozialen und institutionellen Ergebnisse führen, die den MDG und den Empfehlungenn des IAASTD entgegenwirken. Dazu gehören beispielsweise:
  1. Die politische Subventionierung von Kraftstoffen aus Biomasse für den Transport in der EU und anderen Ländern, die zu Konflikten und Konkurrenzen um Land führt, auch in Ländern in denen Ernährungsunsicherheit herrscht;
  2. Das schnelle Wachstum von aus- und inländischen Investitionen in Grundstücke für Industrie- und Lebensmittel-Export, was wiederum Konflikte um Land, vor allem in Ländern des Südens und für ohnehin benachteiligte Menschen, verstärkt;
  3. Der Ausbau der globalen, vertikal integrierten Agrar- und Ernährungswirtschaftskonzerne in vielen jungen Industrienationen und Schwellenländern, der nicht nur den Aufbau einer überwältigenden Macht gegenüber den Herstellern herbeiführt, sondern auch eine Verbraucherkultur gestaltet, die in hohem Maße auf Fett, Zucker und verarbeitete Lebensmittel basiert;
  4. Die Nutzung und Förderung industrialisierter Formen der Geflügel-, Schweine-und Viehzucht auf globaler Ebene, die zur Maximierung ökologischer und gesundheitlicher Auswirkungen führt.
Auf der anderen Seite gibt es viele Anzeichen einer Landwirtschaft, die die Gesundheit von Böden, Ökosystemen und Menschen auf der ganzen Welt erhält und Hoffnung und Beweise dafür liefert, dass die Landwirtschaft essentiell ist für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Entwicklung und zur Beseitigung der Armut.
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