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Schadensverhütung als Anliegen von Carl Friedrich von Weizsäcker, damals und als Basis für heutige Ansätze

Von Philipp Sonntag

Veröffentlicht in: Blickpunkt Zukunft, Ausgabe 57, Oktober 2012

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Abstract:

Die erste Arbeitsgruppe der VDW 1962 galt dem Zivilschutz und war geprägt durch Carl Friedrich von Weizsäcker (CFvW) und Horst Afheldt. Es ging um Vermeidung einer verharmlosenden Darstellung des Atomkrieges seitens der Regierung. Bunkerbau konnte kein "Schutz" sein. Dennoch konnte eine gewisse Vorbereitung auf eine atomare Katastrophe im Chaos Leiden lindern. CFvW war diese Ambivalenz wichtig. Die damaligen Überlegungen können für den Umgang mit erwartbaren Katastrophen hilfreich sein.

Zum Tode von zwei langjährigen VDW Mitgliedern

Nachruf auf Professor Dr. Hellmut Glubrecht

Hellmut Glubrecht ist im Januar 2009 im zweiundneunzigsten Lebensjahr verstorben. Er hatte bereits 1961 in bemerkenswerter Voraussicht - wie in der Literatur unterstrichen wird - die Indikatoraktivierungsmethode als allgemeines Verfahren im Vergleich zu der Verwendung radioaktiver Indikatoren zum ersten Mal beschrieben. Es ist das Verdienst von H. Glubrecht, diese Methode, für die er auch den genannten Begriff einführte, weiterentwickelt zu haben; er betonte dazu, dass der Schutz der Umwelt vor jeder Art von Verseuchung im Vordergrund steht. Diese Methode unterscheidet sich von der bekannten Indikatormethode dadurch, dass kein ratioaktiver Tracer benutzt wird, die Aktivierung vielmehr erst am Ende der Untersuchungen stattfindet. Der Vorteil dieses Verfahrens ist vor allem: keine Gefährdung der Umwelt durch Radioaktivität während des Versuches und nur sehr wenig radioaktive Abfälle.

Hellmut Glubrecht studierte Physik in Hannover mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur (1939) und der Promotion zum Dr.-Ing. (1943). Er war anschließend Assistent (seit 1949 als Oberingenieur) am Physikalischen Institut der Technischen Hochschule (TH) Hannover. Im Jahr 1951 folgte seine Habilitation für das Lehrgebiet Physik an der TH Hannover, und er erhielt außerdem einen Lehrauftrag für das Fachgebiet Biophysik an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

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Nachruf auf Frau Ilse Korte

Anfang der 60er Jahre kam Frau Korte zur Vereinigung Deutscher Wissenschaftler. Es war die Zeit, in der das Anwachsen der nuklearen Rüstungen auf zunehmenden Widerstand in der Bevölkerung stieß. Verstärkt wurde dieser Widerstand noch dadurch, dass der Eindruck entstand, die Politik erfasse die Tragweite der Veränderung der Mittel der Kriegsführung nicht, unterschätze die atomaren Waffen gefährlich. Adenauers Wort von der "Weiterentwicklung der Artillerie" war dafür ein typisches Beispiel. In Deutschland fand dieser Widerstand (1958) in dem Göttinger Appell der führenden Physiker Deutschlands eine wichtige Stütze. Nach amerikanischem Beispiel (Federation of American Scientists - FAS), wurde die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler gegründet. International wirkte die Pugwash-Bewegung von Wissenschaftlern aus Ost und West, in der die VDW die Rolle einer "deutschen Sektion" übernahm.

Frau Korte gehörte zu den Menschen, denen es nicht genügt, zu protestieren, die vielmehr auch etwas gegen die erkannten Gefahren unternehmen wollen. Sie bot uns an, Geld für die VDW und deren Arbeit einzuwerben. Das kam uns sehr gelegen. Denn es hatte sich gezeigt, dass eine Vereinigung von Wissenschaftlern sehr schwer ihre Besorgnisse darstellen und durchsetzen kann, wenn - wie meist- die Probleme kompliziert sind. Manifest wurde diese Erkenntnis, als die amerikanische FAS 1961 den amerikanischen Zivilschutzplänen eine scharfe Absage erteilte. Man sah in diesen Zivilschutz-Plänen in erster Linie den Versuch der Politik, die Öffentlichkeit von einem Widerstand gegen Kernwaffen abzubringen.

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Briefe an an die Mitglieder

Brief des Vorsitzenden an die Mitglieder v. 12.9.2006

Brief des Vorsitzenden an die Mitglieder v. 9.5.2006

Brief vom 22.03.2005

Brief vom 04.12.2003

Friede - Gerechtigkeit - Bewahrung der Schöpfung

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler nimmt Abschied von Ihrem Mitbegründer

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Carl Friedrich von Weizsäcker.

28. Juni 1912 - 28. April 2007

Mit Trauer sehen wir uns am Ende eines langen gemeinsamen Wegstückes angekommen. Carl Friedrich von Weizsäcker hat 1959 die Gründung der VDW initiiert und seitdem maßgeblich ihre Entwicklung begleitet. Seine Forderung, dass die Wissenschaftler für die Folgen ihres Tuns verantwortlich sind, ist prägend für unsere Arbeit - auch in der Zukunft.

Mit Stolz wird die VDW das Andenken an den Philosophen, Physiker und Friedensforscher bewahren. Seine Forderungen nach einem gesicherten Weltfrieden, einer internationalen und einklagbaren Rechtsordnung und nach verantwortlichem Umgang mit der Natur bleiben uns Verpflichtung.

Mit seiner Hoffnung sehen wir die Anzeichen eines Bewußtseinswandels unter den Menschen, der die notwendigen Politikveränderungen herbeiführen und tragen muss. Die VDW wird daran mit Nachdruck weiterarbeiten.

Vorstand und Beirat der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler

Dr. Stephan Albrecht
Vorsitzender

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Abschied vom Denker einer Weltinnenpolitik
Nachruf auf unseren Mitbegründer Carl Friedrich von Weizsäcker

Von Prof. Dr. Ulrich Bartosch, Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler

Noch vor wenigen Tagen berief sich die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler mit ihrer Erklärung "Eine Welt frei von Atomwaffen - in Europa anfangen!" auf die Göttinger Erklärung vom 12. April 1957 und damit auch auf Carl Friedrich von Weizsäcker. Am 28. Juni ist sein 95. Geburtstag und Veranstaltungen zur Weltinnenpolitik in Tutzing im Mai und Ingolstadt im Juli hatten die Gratulation auf ihrer Tagesordnung. Nun werden es Treffen, die die Arbeit an den gemeinsamen Aufgaben mit dem ehrenden Gedenken an den entscheidenden Verfasser der Göttinger Erklärung und an den Mitbegründer der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) verbinden müssen. Am 28. April 2007 ist Carl Friedrich von Weizsäcker nach langer, schwerer Krankheitszeit friedlich gestorben.

Es ist kaum möglich, die mächtige Spannweite seines Forschens und Wirkens zwischen Physik und Religion, Philosophie und Politik in ein paar Zeilen angemessen zu würdigen.

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